Unter Linux Netzwerkfreigaben automatisch mounten

Als ich vor kurzem meine ersten Gehversuche in Linux machte, war nach der mehr oder weniger erfolgreichen Installation und Einrichtung des Betriebssystems auch der Wunsch nach einer Verbindung zu den Netzwerkfreigaben unseres Homeservers vorhanden.

Der Homeserver, ein Datengrab und multimedialer Massenspeicher, wird von „Microsoft Server 2016“ befeuert und es bestand die Frage, ob ich denn diese Laufwerke überhaupt ansprechen so ohne weiteres ansprechen und mounten kann. Um es kurz zu sagen, es geht natürlich.

Wenn auch mit einer kleinen Überraschung, denn die Freigaben bleiben im Dateimanager leider nicht bestehen, sondern werden bei jedem Neustart des Systems zurückgesetzt.

Eine Lösung muss her

Um es kurz zu machen, die Lösung gestaltet sich zum Glück recht einfach. Es muss lediglich eine Textdatei bearbeitet werden und schon werden die Netzwerkfreigaben automatisch zum Start des Betriebssystems gemountet.

1. Mount Punkt erstellen

Die Freigaben werden in einem Verzeichnis eingebunden, das wir zu Beginn erst erstellen müssen. Ich habe zu diesem Zweck einen neuen Ordner mit dem zur Freigabe passenden Namen in /home/benutzer/mnt/ erstellt.
Du kannst den Mount-Punkt natürlich auch im Ordner /mnt oder /media anlegen.

Als erstes öffnest du das Terminal mit der Tastenkombination STRG + ALT + T und beginnst mit dem erstellen der Verzeichnisse. Für jede Netzwerkfreigabe musst du ein eigenes Verzeichnis erstellen.

In meinem gleich folgenden Beispiel gehen wir davon aus, dass ich den Netzwerkfreigabe „homeserver“ von meinem Windows-Server in Linux verbinden möchte.

benutzer@mint ~ $ cd /home/benutzer/

benutzer@mint ~ $ mkdir mnt

benutzer@mint ~ $ cd mnt

benutzer@mint ~ $ mkdir homeserver

2. Ordner verknüpfen

Nach dem erstellen der Mount-Punkte muss nun noch der Netzwerkordner verknüpft werden. Zu diesem Zweck muss die Textdatei /etc/fstab bearbeitet werden.

benutzer@mint ~ $ sudo nano /etc/fstab

Anstelle von nano kannst du natürlich auch jeden beliebigen anderen Texteditor, z.B. gedit oder geany, verwenden.

Nachdem du die Datei zur Bearbeitung geöffnet hast, musst du sie um folgende Zeile erweitern:

//IP-Adresse/Netzfreigabe /Mount-Ordner cifs defaults,username=user,password=pass

als Beispiel:

//192.168.178.100/homeserver /home/benutzer/mnt/homeserver cifs defaults,username=benutzer,password=pass1234

Dann noch, unter nano, mit der Tastenkombination STRG + O speichern und den Editor mit STRG + X schließen.
Wenn du mehrere Laufwerke verknüpfen willst, brauchst du natürlich für jede Netzwerkfreigabe einen eigenen Eintrag in der Datei fstab.

3. Netzwerkfreigaben übernehmen

Nachdem das alles geschafft ist, sollte ein Neustart des Systems alle gewünschten Netzwerkfreigaben automatisch beim Start mounten.

Um dies nun zu testen ist allerdings kein Neustart nötig. Mit

benutzer@mint ~ $ sudo mount -a

wird die Datei fstab bereits neu eingelesen und alle Laufwerke verknüpft.
Schon landen alle Netzwerkfreigaben, je nach Systemeinstellung, auf dem Desktop und / oder dem Dateimanager.

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