Mein erstes Mal… Erfahrungen mit Drittanbieter-Tinte im Tintenstrahl-Drucker

Beitragsbild TonerPartner.de Tintentest groß
Diese Tintenpatronen wurden mir freundlicherweise vom Tintenshop TonerPartner zur Verfügung gestellt. Vielen herzlichen Dank dafür. Dieser Erfahrungsbericht zum Einkauf, Einbau der Patronen und anschließendem Probedruck gibt dennoch meine eigene Meinung, vom gesponserten Patronensatz unbeeinflusst, wieder.

Jeder der einen Tintenstrahldrucker sein Eigen nennt, kennt das Problem: Die Patronen sind permanent leer. Ganz besonders, wenn man mal dringend etwas ausdrucken muss. So hat auch mein Drucker, ein Canon Pixma MX 925 Multifunktionsdrucker, bereits seit einiger Zeit Tinten-Notstand signalisiert und der Kauf eines Tintensatzes aus „purem flüssigem Gold“ stand mal wieder an. Am günstigsten wäre es wohl, auf Drittanbieter-Tinte zu setzen, doch leider gibt es da ein kleines Problem:

Seit ich meinen ersten Drucker besessen habe, einen HP Deskjet 670C (ja ja, das ist schon echt lange her), habe ich ausschließlich auf Originaltinte der jeweiligen Druckerhersteller gesetzt, oftmals von Selbstauffüllern oder Drittanbieter-Käufern müde belächelt. Dabei habe ich dann immer die Story von schlechter Tinte, verstopftem Druckkopf oder sonstigen fadenscheinigen Gründen vor mich hin genuschelt, nur um meinem Misstrauen der fremden Tinte gegenüber Ausdruck zu verleihen.

Vor ein paar Wochen erst habe ich mal wieder einen kompletten Satz Canon-Tinte für einen ordentlichen Sack Geld in einem Münchner Großhandel erstanden und auch diese Patronen neigen sich leider schon wieder dem Ende zu. Irgendwie verbraucht der Pixma-Drucker meiner Meinung nach sowieso viel zu viel Tinte. Bei jedem Einschaltvorgang klingt der Tintenpinkler, als würde er die Patronen beim Selbsttest einfach so mir nichts, dir nichts komplett auswringen, nur um die Tintenverkäufe der Hersteller anzukurbeln.

Zu gleicher Zeit wurde in einer meiner Facebook-Gruppen ein Tester für Drittanbieter-Tinte gesucht. Dieser Aufruf kam nahezu wie gerufen, galt es doch „flüssiges Gold“ für lau abzustauben. Skeptisch war ich allerdings dann doch, denn wie bereits geschrieben, Tinte von Drittherstellern war mir schon immer suspekt.

Zeit mit den Vorurteilen aufzuräumen, die Bedenken über Bord zu werfen und einfach mal unvoreingenommen die Tinte zu testen.
Wer wie ich ein wenig skeptisch ist, der kann hier nun meine Erfahrungen mit der Tinte von TonerPartner nachlesen.

Der Bestellvorgang

TonerPartner.de Tintentest - Bestellung

Der Bestellvorgang der Tintenpatronen bei TonerPartner war nicht wirklich sonderlich aufregend.

Da ich in der Vergangenheit schon so manches Mal auf die Nase gefallen bin, habe ich mich auf der Website vor dem eigentlichen Bestellvorgang erst einmal registriert. Bei anderen Shops durfte ich bereits eine Bestellung mehrmals durchführen, da die Registrierung auf der Website nicht oder nur dürftig funktioniert und dabei immer mal wieder der Inhalt des Warenkorbs verschwand. Aus diesem Grund habe ich meine Registrierung auch bereits gleich nach dem Betreten der Seite durchgeführt.

Nachdem ich meinen Drucker in der Suchmaschine der Website gefunden hatte und mir die verfügbaren Tintenpatronen angezeigt wurden, wurde ich dann doch positiv überrascht. Bei TonerPartner gibt es auch Original-Tinte zu einem recht fairen Preis. Wer also wie ich diesem Thema eher skeptisch gegenübersteht, der kann sich auch hier noch einmal umentscheiden und zu einem relativ guten Preis doch auf das Original umschwenken.

Aber mein Auftrag bestand darin, Drittanbieter-Tinte zu testen und das wollte ich nun auch tun.

Da ich mich mit diesem Thema nie wirklich auseinandergesetzt habe, war ich völlig überrascht von dem doch sehr großen Einspar-Potential der Tintenpatronen. Die Farbpatronen besitzen sage und schreibe 15 ml Inhalt, das ist knapp doppelt so viel wie beim Original. Oder wenigstens 4 ml mehr als in der originalen XL-Variante. Mir war ehrlich gesagt nie bewusst, wie wenig Tinte sich eigentlich in den kleinen Kunststoffquadern befindet. Kein Wunder also, dass sie andauernd leer sind.

Mehr Tinte für den halben Preis… scheint ja prinzipiell ein guter Deal zu sein. Es muss doch einen Grund geben, warum NoName-Tinte aus einem Tintenshop so viel billiger sein soll? An der Füllmenge liegt es schon mal nicht, daher sind wahrscheinlich Abstriche in der Qualität zu erwarten.

Aber wie ich bereits schrieb, ich habe versucht mich von allen Vorurteilen zu lösen und einen kompletten Satz an Tintenkartuschen bestellt.
Im Warenkorb befanden sich dann

Dann ab zur Kasse, und ich war erstaunt, wie viele Zahlungsmöglichkeiten es in dem Webshop gibt.

Versendet wird übrigens mit DHL und DPD, Paketstationen gehen auch. Da ich persönlich kein rechter Fan des Transportdienstleisters DPD bin und wir zum Bestellvorgang eh nicht zu Hause waren, sondern im schönen Gera verweilten, entschied ich mich dann doch für die Paketstation von DHL. Dann noch einmal die Bestellung final bestätigt und anschließend zurückgelehnt.

TonerPartner.de Tintentest - Warenkorb

Die Lieferung der Drittanbieter-Tinte von TonerPartner.de

Wie man sich doch tatsächlich irren kann.
Der vermeintliche Segen der Paketstation endete mit in einer Mitteilung von DHL. Just am 31.12.2017 war kein Platz mehr in der Paketkiste frei und die Sendung musste in ein anderes Postamt umgeleitet werden. Abholbereit am 02. Januar 2018. Nun gut, wer zum Jahreswechsel bestellt, ist eindeutig selber schuld. TonerPartner.de hat hingegen nach Bezahlung der Ware sehr schnell geliefert, der Flaschenhals war in diesem Fall der Transporteur des Pakets.

TonerPartner.de Tintentest - Paket

Das Paket kam dann auch einigermaßen gut verpackt an. Allerdings empfinde ich die Schachtel deutlich zu groß für die paar einzelnen, auch noch zusätzlich verpackten, Tintenpatronen. Ein bisschen mehr Füllmaterial hätte der Verpackung ganz gut getan, damit die kleinen Schachteln beim Transport nicht so herumwirbeln.

TonerPartner.de Tintentest - Paket

Jede Patrone ist noch einmal in eine eigene Pappschachtel verpackt, was ich persönlich gar nicht mal so schlecht finde. Gerade wenn man einmal mehrere Patronen auf Vorrat bestellen sollte, kann man diese gut verpackt im Schrank verstauen. Selbst der Umweltgedanke stört hier nicht, die Umverpackung lässt sich im Altpapier entsorgen.

TonerPartner.de Tintentest - Tintenpatronen

Die Tintenpatronen im Vergleich

Was nach dem Auspacken der Patronen sofort ins Auge springt: Die Patronengehäuse von TonerPartner.de sind transparent.
Für mich als Newbie, was Drittanbieter-Tinte angeht, mehr als überraschend. Bis jetzt kannte ich ja ausnahmslos nur Originaltinte von HP und Canon. Diese liefern ihre Tinte in schwarzen Kunststoff-Kartuschen aus … Warum das wohl so ist?

TonerPartner.de Tintentest - TonerPartner-Patronen

Praktisch ist es auf jeden Fall, denn man erkennt gleich, dass die Patronen bis zum Rand gefüllt sind.

TonerPartner.de Tintentest - TonerPartner-Patronen

Da die TonerPartner-Kartusche 15 ml Tinte enthalten, müssten die Originale gerade mal bis zur Hälfte gefüllt sein. Der Gedanke, sehr viel mehr Geld für von Canon gelieferte Luft, entsetzt mich dann doch ein wenig.

TonerPartner.de Tintentest - Alte Canon-Patronen

Was ganz interessant war, die kleinen Patronen (schwarz, magenta, cyan und gelb) haben eine einfache Kunststofffolie als zusätzliche Verpackung. Lediglich der große Tintentank (pigmentiert schwarz) ist vakuumverpackt.

TonerPartner.de Tintentest - Neue Patronen in schwarz

In der Bilderdruckerei...

Der Tintenfüllstand meines Canon Pixma MX 925 sah vor dem Jahreswechsel schon nicht besonders üppig aus.
Da DHL die Zustellung an die Packstation mehr oder weniger versaubeutelt hat, musste ich leider bereits eine schwarze Patrone wechseln, da ich dringend etwas ausdrucken musste. Das schmerzt natürlich ein wenig, da auch diese Patrone für einen fairen Drucktest ausgetauscht werden muss.

TonerPartner.de Tintentest - Füllstand Canon-Drucker

Aber bevor die neuen Tintenpatronen in den Drucker eingebaut werden können, musste erst einmal mit den Originalen ein Foto ausgedruckt werden. Ich habe mich für ein Bild, das ich im letzten Sommer für meinen Blog geschossen habe, entschieden. Darauf gibt es ein paar Farben und kleine Details zu sehen.

TonerPartner.de Tintentest - Drucktest mit Canon-Patronen

Das Ganze natürlich auf einem ordentlichen Fotopapier und in bester Qualität.

TonerPartner.de Tintentest - Drucktest mit Canon-Patronen

Der Einbau der Patronen

Nach dem Ausdruck mit der Canon Originaltinte warf ich einen Blick unter die Motorhaube des Druckers. Nach dem Öffnen der Klappe surrte der Patronenschlitten in die Mitte der Öffnung und gab den Blick auf die eingesetzten Tintenpatronen frei.

TonerPartner.de Tintentest - Canon-Patronen

Die Farbe Magenta hatte bereits geblinkt, es war also allerhöchste Eisenbahn die Tintenpatronen zu tauschen. Ich begann auch gleich mit dieser Farbe. Die alte Patrone raus, die neue rein… und passt nicht. Oh Mann, was jetzt?

TonerPartner.de Tintentest - Neue Patronen einsetzen

Da habe ich mir doch tatsächlich selbst ein Bein gestellt. Am Ende der Patrone ist eine gelb-rot-schwarze Versiegelung, die hatte ich vergessen abzumachen. Nach dem Entfernen der Versiegelung passte die Patrone wie angegossen, die Bereitschafts-LED begann sofort zu leuchten. Puh, der Drucker erkannte die Tintenpatrone. Man las ja bereits in der Vergangenheit die wildesten Gerüchte über Druckerhersteller, die Dritt-Tinte per Software einfach von ihren Geräten ausschließen. Dies schien hier aber nicht der Fall zu sein.

TonerPartner.de Tintentest - Neue Patronen einsetzen

Cyan und Gelb wanderten ebenso schnell in den Patronenschlitten, die beiden schwarzen Patronen folgten dann noch nach.

In der Bilderdruckerei... again!

Natürlich mussten die neuen Patronen das gleiche Bild vom vorherigen Drucktest noch einmal ausdrucken. Selbstverständlich wieder auf Fotopapier und in bester Qualität.

TonerPartner.de Tintentest - Ausdruck mit neuen Patronen

Die Ausdrucke im Vergleich

Zu guter letzt mussten die beiden Ausdrucke auch einem Vergleich standhalten.
Was allerdings unglaublich schwierig ist, wenn die Lichtverhältnisse nicht so ganz stimmen. Auch wenn ich noch eine zusätzliche Softbox zur Beleuchtung der Bilder verwendet habe, dank des hochwertigen Fotopapiers glänzen die Aufnahmen sehr stark.
Trotzdem hoffe ich, dass man so einigermaßen einen Eindruck vom Druckvergleich bekommen kann.

TonerPartner.de Tintentest - Ausdruck Canon
TonerPartner.de Tintentest - Ausdruck TonerPartner

So richtig einen Unterschied kann ich hier wirklich nicht feststellen. Wenn man die Originale in der Hand hält, könnte man annehmen, dass die Patronen von TonerPartner ein etwas intensiveres Rot liefern. Die anderen Farben, wie zum Beispiel Gelb, wirken ziemlich gleich. Blaues erscheint auch mit einem leichten rötlichen Schimmer.

TonerPartner.de Tintentest - Vergleich Canon und TonerPartner
TonerPartner.de Tintentest - Vergleich Canon und TonerPartner

Mein persönliches Fazit

Ich muss gleich zu Beginn meines Fazits sagen: Ich bin wirklich begeistert von der TonerPartner-Tinte.

Ich bin als absoluter Dritthersteller-Muffel zu diesem Test angetreten und wurde durch die gelieferten Tintenpatronen wirklich positiv überrascht.
Die Patronen passen haargenau in den Drucker und werden problemlos von diesem akzeptiert, sie bieten über das doppelte an Inhalt zum deutlich günstigeren Preis. Jetzt muss nur noch ein Langzeittest zeigen, ob der Druckkopf die fremde Tinte auf Dauer auch verträgt oder ob dieser bald das Zeitliche segnet.

Bis dahin hat TonerPartner wohl tatsächlich einen neuen Kunden gewonnen und Canon einen verloren.

Ich hoffe, euch hat der Tintenpatronentest gefallen. Setzt ihr, liebe Leser, so wie ich bisher nur auf Originaltinte? Oder dreht ihr den Druckerherstellern schon ewig eine lange Nase und kauft nur noch Drittprodukte? Oder habt ihr gar einen Laserdrucker? Schreibt bitte in die Kommentare, was ihr von solch einer Tinte haltet. Eure Erfahrungen, gerade im Hinblick auf Dauernutzung der Tinte, interessieren mich wirklich sehr.

Vielen Dank fürs lesen, bis zum nächsten Mal,
Arrr!… Michael, der Couchpirat

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