{Tutorial} RemotePi Board eingebaut und vorgestellt

Beitragsbild Remoteboard Gross
Anzeige … weil es das Gesetz so verlangt (was ist das?)
Beitrag ohne Produktplatzierung, die Einzelteile wurde von mir selbst gekauft.

Ich bin ja schon ein richtiger Fan des kleinen Einplatinenrechners Raspberry Pi.
Das ist ja auch kein großes Wunder, für kleines Geld lässt sich mit dem Rechenknecht einiges bewerkstelligen.

In unserer Wohnung leisten drei Raspberry Pis hervorragende Arbeit als so genannte “headless audio- and musicstation”.
Das bedeutet nichts anderes, als das die drei Computer ohne angeschlossenen Fernseher oder Monitor hinter diversen Schränken ihrem Dasein fristen und warten, bis endlich jemand über Smartphone, Tablet oder PC Hörspiele, Hörbücher oder Musik hören möchte.Nun hat der RasPi aber dennoch einen großen Nachteil. Er besitzt keinen eigenen Ein- und Ausschalter. Diesem Problem lässt sich allerdings leicht begegnen, man kann einfach zwei Drähte auf die Platine löten und mit einem Klingeltaster (oder ähnlichem) verbinden. Allerdings ist das meiner Meinung nach keine sehr elegante Lösung, ebenso das ein und aus stecken des Netzteils. Also musste eine andere Lösung her…

Vor längerer Zeit habe ich das RemotePi Board vom thailändischen Entwickler MSL Digital Solution im Internet entdeckt und war ziemlich fasziniert von dieser Erweiterung. Ich habe mir damals das gute Stück für meinen Hörbuch-RasPi im Schlafzimmer bestellt. Nach erfolgter Lieferung und dem problemlosen Einbau der Zusatzplatine war ich wirklich sehr zufrieden mit dieser Lösung.

Der Musik-RasPi im Wohnzimmer musste aber weiterhin mit seiner Notlösung, den angelöteten Drähten und einem Klingelknopf, gestartet werden. Nicht schön und schon gar nicht praktisch.
Als letztens unser Wohnzimmer mit einem Logitech Harmony Hub erweitert wurde, um Amazons Alexa das starten des Fernsehers auf Zuruf beizubringen, stieg natürlich auch gleich der Bedarf nach dem Remote Pi Board, da es zum Harmony Hub voll kompatibel ist. Somit ließe sich auch die Musik-Beschallung via Alexa und RasPlex weitestgehend automatisieren.

Ok, keiner braucht es so wirklich… aber es ist machbar und cool. Und das reicht schließlich bereits für nerdigen Bastelkram aus ;-)

Das Päckchen

In unserem Wohnzimmer werkelt noch ein Raspberry Pi 2. Dank fehlendem WLAN-Modul wurde dieser per LAN-Kabel in unserem Netzwerk eingebunden und ganz tief, im hintersten Eck des TV-Schranks eingebaut.

Also habe ich das passende Modul für den RasPi2 auf www.msldigital.com bestellt. Da gab es auch eine passende Fernbedienung im Super Sommersale für 5 EUR, die wurde dann gleich mal mitbestellt. Da war mir allerdings die Kompatibilität zum Harmony Hub noch überhaupt nicht klar. Insgesamt betrugen die Kosten dann inkl. Porto 32,30 EUR.

Knapp zwei Wochen später wurde das Päckchen per Einschreiben von der Post zugestellt.
Irgendwie schon erschreckend, wir leben in einer hochtechnisierten Welt und wünschen uns soviel Globalisierung wie möglich, müssen aber trotzdem zwei Wochen auf Post aus Thailand warten… wobei unsere Ansichtskarten aus dem Italien-Urlaub fast schon länger gebraucht haben :-D

RemotePi Board 1
Das war im Päckchen aus Thailand

Das ganze kam dann ziemlich gut verpackt an.
In der Versandtüte lagen neben einem kleinen Döschen eine in Blisterfolie (knall klick klick drück quetsch… wer hat auch gleich daran gedacht?) Fernbedienung und ein Zettel mit zusätzlichen Informationen des Versenders.

RemotePi Board 2
LED, IR und Board in der Tupperbox

In dem kleinen Döschen befanden sich das RemotePi Erweiterungsboard und das vorgefertigte Kabel mit Betriebs-LED und IR-Sensor. Insgesamt extremst sauber verarbeitet, da habe ich selbst von inländischen Herstellern weit schlechteres gesehen.

RemotePi Board 3
Das Erweiterungsboard alleine

Hier noch einmal das Erweiterungsboard in seiner Gänze. Wie bereits geschrieben, erstklassig verarbeitet.

Zusammenbau geht schnell

RemotePi Board 4
RemotePi auf dem Raspberry Pi 2 angebracht

Der Zusammenbau ist wirklich keine Hexerei… wenn man ein gutes Gehäuse hat.
Ich habe von Anfang an bei meinen RasPi’s immer auf die Gehäuse im OneNineDesign gesetzt, weil da der Computer immer wunderbar untergebracht war. Bis man eben mal Erweiterungen zusätzlich einbaut und viele zusätzliche Löcher für Taster, LED’s und Stromversorgung benötigt. Das offizielle Raspberry Gehäuse wäre hier meiner Meinung nach wahrscheinlich besser.
Noch besser wäre natürlich die von MSL selbst vertriebene transparente Gehäuselösung. Da passen wenigstens alle Löcher von Anfang an. Aber ich will dann doch nicht nochmal zwei Wochen warten.

RemotePi Board 5
RemotePi und Kabel auf dem Raspberry Pi 2 angebracht

Ansonsten wird das neue Board auf den RasPi gesetzt und mit einer beiliegenden Schraube und drei Muttern fixiert. Das vor konfektionierte Kabel anstecken und man ist im Prinzip schon fertig. Alles in allem etwa zehn Minuten Arbeit, abgesehen von nötigen Modifizierungen am verwendeten Gehäuse.

RemotePi Board 6
Die Betriebs-LED und der IR-Sensor

Dann gilt es lediglich noch den Computer mit Strom zu versorgen.
Der Taster beginnt rot zu leuchten und startet bereits auf Druck den Rechner. In meinem Fall, ich verwende ihn zusammen mit der Software RasPlex, ist eine weitere Anpassung nicht mehr nötig. Das Betriebssystem ist bereits mit einer Unterstützung für diese Erweiterungsplatine ausgestattet.

Etwas war allerdings doch etwas seltsam. Der Raspberry Pi benötigt etwa 90 Sekunden, bis man ihn per Tastendruck herunterfahren könnte. Ich habe noch keine Ahnung was da in dieser Zeit im Hintergrund passiert. Der eingangs erwähnte Raspberry Pi 3 hat dieses Verhalten seltsamerweise nicht. Ihr könnt euch das selbst im folgenden Praxisvideo ansehen, vielleicht hat ja einer eine Idee woran das liegen kann.

Was steht nun noch auf dem Plan?
Das Gehäuse muss noch fertig modifiziert und mit dem Harmony Hub verbunden werden. Dann dürfte dem sprachaktivierten Musikgenuss im Wohnzimmer eigentlich keine Grenzen mehr gesetzt sein.

Support im Internet

RemotePi Board 4
Support-Website von MSL Digital Solutions

Der Support des Entwicklers ist wirklich erstklassig. Auf der Website des Herstellers https://www.msldigital.com findet man alles, was man für das erfolgreiche Anschließen des RemotePi’s benötigt. Im Support-Teil des Internetauftritts werden auch für diverse Distributionen die Installation des Shutdown-Scripts Schritt für Schritt erklärt, man ist also nicht nur auf das System RasPlex fixiert.

RemotePi Board in der Praxis

RemotePi Board von MSL Digital Solution im Raspberry Pi

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2 Antworten

  1. Dieter sagt:

    Hallo,

    Ich bin absoluter Laie.
    Schön etwas ältere Generation und nicht mit dem PC aufgewachsen.
    Möchte aber schon das eine oder andere ausprobieren.
    Habe eine Raspberry Pi 3 mit Hifiberry Dac plus.
    Damit streame ich Musik von der Nas auf einen Kopfhörerverstärker.
    Das Betriebssystem ist Volumio und gesteuert wird das ganze über Tablet.
    Was mich stört ist,dass man den Raspberry nicht ordnungsgemäß runter fahren kann.
    Dies ist ja mit diesem Aus- Einschalter sehr gut zu handhaben.
    Nur habe ich dazu noch Fragen – leider.
    Da mein Raspberry belegt ist mit dem Hifiberry wie kann ich diese Platine dann anschließen?
    Da ich meinen Raspberry incl DAC nun in ein Gehäuse einbauen möchte mit einem Display zur Steuerung – wäre dies möglich den Raspberry hinten und den Schalter vorne im Gehäuse zu platzieren?
    Falls ich die Fernsteuerung dazu nutzen möchte, kann man damit auch Track vor, zurück und laut, leise regeln?

    Danke für die Antwort im voraus

    • Hallo Dieter,
      ich finde das immer toll, wenn sich jemand für neues begeistern kann. Ohne diese Begeisterung gäbe es viele Bastelprojekte nicht :-)
      Das sind ja schon mal ganz schön spezifische Fragen. Obwohl ich bis jetzt weder mit Volumio noch mit dem HIFIBerry in Kontakt gekommen bin, werde ich mal versuchen (so gut es eben geht) auf deine Fragen zu antworten.

      Das Grundlegende Problem wäre bei deiner Konfiguration schon mal die verschiedenen Zusatzmodule, die sich beide die GPIO-Stiftleisten teilen müssten. Mit ein wenig Geschick könnte man vielleicht eine funktionierende Lösung hinbekommen, da sich die beiden Module tatsächlich in der Pin-Belegung, abgesehen von einem Punkt, nicht überschneiden.
      Die Dokumentation von HIFIBerry DAC+ (Link: https://www.hifiberry.com/build/documentation/gpio-usage-of-hifiberry-boards/) gibt an, dass die GPIOs 2 bis 3 und 18 bis 21 (Pin 3,5,12,35,38 und 40) verwendet werden. Das Modul RemotePi (Link: https://www.msldigital.com/pages/support-for-remotepi-board-plus-2015) verwendet hingegen die Pins 2,4,6,8,9,10 und 12. Den mit HIFI-Berry überschneidenden Pin 12 (zuständig für die Fernbedienung) könnte man für das RemotePi-Board auf 11 ändern, das ist auf der verlinkten Support-Seite von MSL Digital Solutions ganz gut beschrieben.

      Dem entsprechend müsstest du jetzt also ein eigenes Gehäuse basteln (oder eines kaufen, wenn es das für diesen Einsatzzweck gibt) und an der Stiftleiste die verwendeten Pins des RemotePi-Boards (2,4,6,8,9,10 und 11) mit Jumper-Kabeln abgreifen und zum Einschalt-Modul verlegen. Wenn du handwerklich begabt bist, dann sollte das eigentlich kein großes Problem darstellen. Allerdings erfolgt diese Angabe ohne Gewähr, da ich bis jetzt weder Volumio, noch HIFIBerry verwendet habe.

      Wir haben in unserem Wohnzimmer die Audioversorgung etwas anders gelöst. Da wir kein HIFIBerry-Modul besitzen, haben wir unsere Samsung Soundbar direkt über ein AUX-Kabel (3,5 Zoll Klinkenstecker) angeschlossen. Das ist für die Beschallung unseres Wohnzimmers vollkommen ausreichend. Daher bleibt im verwendeten Gehäuse auch jede Menge Platz für das RemotePi-Modul. An vielen Stellen im Internet habe ich bereits gelesen, dass dieser Anschluss den eigenen Hörgewohnheiten aber auf keinen Fall ausreicht. Ich glaube, dass muss dann wohl jeder für sich selbst ausprobieren. Meinem exterm audiophilen Arbeitskollegen bräuchte ich mit dieser Lösung wohl nicht kommen.

      Die Fernbedienung selbst kann übrigens wohl nur “Ein” und “Aus”, mehr gibt die Funktion leider nicht her.
      Wenn du dein Wissen rund um den RasPi noch etwas vertiefen möchtest, dann kann ich dir nur das Buch “RaspberryPi, das umfassende Handbuch” von Kofler (http://amzn.to/2q9OxUT) ans Herz legen. Ist ziemlich gut geschrieben und man lernt recht viel. Nur mal so als Tipp.

      So, ich hoffe die Antworten waren soweit ausreichend und nicht zu verwirrend, bei weiteren Fragen keine Scheu, ich helfe im Rahmen meiner Möglichkeiten immer gerne.
      Viele Grüße,
      Michael

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