{Rezension} Martin Thomas Pesl – Das Buch der Schurken

Beitragsbild Das Buch der Schurken
Anzeige … weil es das Gesetz so verlangt (was ist das?)
Das folgende Buch wurde mir vom btb Verlag zur Verfügung gestellt. Noch einmal vielen Dank dafür. Dennoch enthält diese Rezension meine eigene Meinung und diese wurde auch durch das Rezensionsexemplar nicht beeinflusst.

Wie Stammleser ja bereits wissen dürften, einer meiner liebsten Anlaufpunkte um nach neuen Büchern zu stöbern ist das Bloggerportal der Random Verlags Gruppe. Regelmäßig logge ich mich in diesem Portal ein und warte gespannt auf Buch- und Hörbuchvorschläge.
Oftmals tauchen dort Bücher auf, die man vielleicht in der Buchhandlung leicht übersehen würde, die sich am Ende aber doch als Geheimtipp heraus stellen.

So ein Buch ist das “Das Buch der Schurken” von Martin Thomas Pesl. Gar nicht so richtig auf dem Schirm, aber schlussendlich wirklich eine große Überraschung.
Warum das Buch aber am Ende dann doch irgendwie nicht so ganz für mich funktioniert hat, das möchte ich für euch in dieser Rezension herausfinden. Viel Spaß beim lesen!

Buch der Schurken - 01 - couchpirat.de

Das Buch

Buch der Schurken - 02 - couchpirat.de

Das Buch ist eine 256 Seiten starke, broschierte Taschenbuch-Ausgabe.
Das Cover gefällt mir persönlich ausgesprochen gut, dieses fiel mir im Bloggerportal sofort auf und weckte meine Neugier. Ich würde sagen, beim Design des Einbands wurde alles richtig gemacht.

Die zahlreichen Illustrationen im Buch, gezeichnet von Kristof Kepler, sind trotz ihres manchmal recht eigenwilligen und etwas kindlichen Zeichenstils meist gelungen und illustrieren die einzelnen Schurken recht gut.

Was mir allerdings nicht so richtig gefallen mag, ist das verwendete Papier für das Taschenbuch. Denn die dünnen Papierseiten lassen den Text der Rückseite durchscheinen. Besonders fällt das an dem kleinen Steckbrief auf der rechten unteren Seite auf. Da der Einführungstext für jeden Schurken in fett auf der Rückseite des Blattes gedruckt ist, ist dieser natürlich besonders gut durch das Papier zu sehen. Und das stört eben insbesondere beim kleinen Infokasten wirklich sehr. Auf dem folgenden Foto kann man das recht gut erkennen.

Buch der Schurken - 05 - couchpirat.de

Da wäre ein etwas dickeres Papier durchaus angebracht gewesen.
Lieber Verlag, das wäre doch mal etwas für eine Neuauflage des Taschnbuchs?

Darum geht es

“Was wäre die Welt ohne Schurken? Unfassbar langweilig: Sherlock Holmes ohne Moriarty, Paris ohne Fantômas oder gar das Monster ohne Frankenstein? Im Herrn der Ringe würde vermutlich ununterbrochen gepicknickt, Alice würde den lieben langen Tag nur durchs Wunderland hopsen und Hannibal Lecter an Sojawürstchen knabbern. Schurken machen das Leben erst spannend, das unserer Helden und natürlich auch unseres. Martin Thomas Pesl hat die 100 genialsten und coolsten Bösewichte der Weltliteratur zur verschmitzten Schurkenparade versammelt. Mit Illustrationen und Schurkenskala.” (Quelle: Verlagstext)

Buch der Schurken - 04 - couchpirat.de

Meine Meinung zum Buch

Schurken sind ja bekanntlich das Salz in der Suppe.
Welcher Held wäre ein Held, wenn er nicht einen gerissenen Antagonisten sich gegenüber hätte? Natürlich leben auch die großen Werke der Weltliteratur von solch einem Gespann und daher scheint es nur logisch, ein kleines Nachschlagewerk der größten Schurken zu schreiben.

100 mehr oder weniger bekannte Schurken haben es in das Buch von Martin Thomas Pesl geschafft.
Allerdings, was mir auch beim schreiben dieser Zeilen noch nicht so ganz klar ist, wie diese Auswahl eigentlich getroffen wurde. Im doch recht langen Einleitungstext konnte man bereits lesen, dass die Auswahl der Superschurken rein subjektiv geschah. Allerdings muss man sich doch über den einen oder anderen Widersacher ein klein wenig wundern.

Nur mal ein kleines Beispiel: ich nenne euch den Titel “Harry Potter”, ihr nennt mir natürlich den Schurken … Dolores Jane Umbridge, die Lehrerin für das Fach “Verteidigung gegen die dunklen Künste”. Oder etwa doch nicht?
Das ist so ein Punkt, an dem ich nicht so recht verstehe, warum der böseste aller Zauberer nicht den Weg in das Buch gefunden hat.
Oder ist jetzt Frau Rottenmeier aus Spyries Buch Heidi auch schon ein Oberschurke? Ok, sie ist natürlich im Unterkapitel “Erziehungsberechtigte” gut aufgehoben, aber als so richtig böse empfand ich sie nie. Streng hingegen schon, aber als wahren Übeltäter habe ich sie noch nie gesehen.

Über so manche Schurken-Auswahl lässt sich hier eben vortrefflich diskutieren. Ich bin mir sicher, da hätte es bestimmt einige bessere Bösewichte gegeben um das Buch voll zu bekommen. Dafür haben es aber Hochkaräter wie zum Beispiel Grindel, Graf Dracula oder Captain Hook in das Lexikon des Bösen geschafft. Das tröstet natürlich über den vermissten Voldemort ein wenig hinweg.
Ganz besonders toll fand ich hier “Die Windmühlen” aus Don Quijote (Aus dem Steckbrief: “Waffe: Können total durchdrehen”), Annie Wilkes aus Stephen Kings “Misery” und Alex aus einem meiner Lieblingsfilme “Clockwork Orange”.

Am Ende ist “Das Buch der Schurken” wirklich ein spaßiges, informatives und sehr unterhaltsames Nachschlagewerk.

Buch der Schurken - 03 - couchpirat.de

Auch weiß die Präsentation der einzelnen Widersacher durchaus zu überzeugen.
Jeder Schurke bekommt eine Doppelseite mit einer Illustration, einem Textauszug, zusätzliche Erläuterungen und einem, den bei der Papierqualität angesprochenen, Steckbrief. Unterteilt wurden die Bösewichte in mehrere Unterkapitel: Gierig, Rachsüchtig, Despoten, Berserker, Egoschweine, Erziehungsberechtigte, fatale Frauen, Psychopathen, Ungreifbare, verrückte Wissenschaftler, Über- und Unterirdische und Könige des Verbrechens. Also aus allen Bereichen gibt es ein paar Vertreter.

Zum Schluss muss natürlich die Eingangsfrage “warum das Buch für mich nicht so richtig funktioniert …” geklärt werden.

Beim Bestellen des Buches war mir irgendwie vollkommen entgangen, dass es in diesem Buch um Schurken aus der Weltliteratur geht. Und, was soll ich sagen? Nein, Comics gehören, auch wenn es für einen Geek wie mich eher unverständlich ist, offensichtlich nicht zur großen und wichtigen Literatur ;-)

Irgendwie hatte ich, warum auch immer, großartige Schurken wie zum Beispiel den Joker aus Batman im Hinterkopf und dem entsprechend war ich anfangs natürlich ein wenig enttäuscht. Das war dann natürlich ganz klar mein Fehler, schließlich hatte ich den Untertitel irgendwie falsch interpretiert. Aber abgesehen davon ist “Das Buch der Schurken*” ein großartiges Nachschlagewerk, das man jedem Literatur-Begeisterten wirklich nur empfehlen kann.

Eigentlich hätte ich jetzt diesem Buch die volle Anzahl an Couchpiraten gegeben, allerdings gefällt mir das verwendete Papier und das damit verbundene Durchscheinen des Textauszugs überhaupt nicht. Es stört einfach massiv beim lesen. Daher vergebe ich “nur” 4 von 5 Couchpiraten.

Ich hoffe, euch hat diese Rezension zum Buch gefallen und ich würde mich natürlich, wie immer, über Kommentare oder Verbesserungsvorschläge sehr freuen.

Dann bis zum nächsten Mal,
Arrr! … Michael, der Couchpirat

4/5 Couchpiraten
4/5 Couchpiraten

Weitere Meinungen zum Buch gefällig?

Das Bücherregal: http://dasbuecherregal.de/rezension-das-buch-der-schurken-von-martin-thomas-pesl/
Fiktion fetzt: https://fiktionfetzt.blog/2018/02/17/das-gute-daran-ist-das-boese-darin-das-buch-der-schurken/
Marys Bücherwelten: http://marys-buecherwelten.blogspot.de/2018/02/das-buch-der-schurken.html

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Weitere Informationen zum Buch

Titel: Das Buch der Schurken
Autoren: Martin Thomas Pesl
Verlag: btb
VerlagsgruppeRandom House
Erschienen: 09. Januar 2018
Seiten: 256
Preis: 12,00 EUR Taschenbuch-Ausgabe
ISBN-13: 978-3442716036

Alle Bilder und Leseproben mit freundlicher Genehmigung der Random House Verlagsgruppe via Bloggerportal.

2 Antworten

  1. Marysol sagt:

    Ahoi du Couchpirat!

    Witzig, dass uns beiden nicht ganz klar war, welche Schurken (nicht) in diesem Buch vorkommen würden – ich habe vergeblich auf meine liebsten Shakespeare-Antagonisten gehofft, nur um dann zu lesen, dass es “nur” um Romanschurken gehen würde… Das mit dem Papier ist mir gar nicht mal aufgefallen, dafür hat mich aber der Schreibstil gestört, für mich wirkte er aufgesetzt witzig -.-

    Sonnige Grüße und gerne darfst du deine Enterhaken auswerfen, bei mir an Bord bist du willkommen ;)
    http://marys-buecherwelten.blogspot.de/2018/02/das-buch-der-schurken.html

    • Hallo Marysol,
      gerade das mit dem Papier fand ich furchtbar :-))
      Aber vielleicht gibt es ja irgendwann einmal einen zweiten Band, dann bekommen wir eben da unsere liebsten Superschurken.
      Und bevor ich das vergesse, ich habe natürlich umgehend meinen Enterhaken in Form eines Links zu deiner Rezension ausgeworfen ;-)

      Viele Grüße,
      Michael

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