Stone Age Junior angespielt

Stone Age Jr Beitragsbild Groß

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Es scheint ja ein richtiger Trend geworden zu sein, von großen und bekannten Brettpielen eine abgespeckte Variante für die kleinsten in den Handel zu bringen.

Es gibt ja nun schon so einige bekannte Beispiele wie Spiel des Lebens Junior, Monopoly Junior, Cluedo Junior oder das letztens von mir getestete Siedler von Catan Junior (Hier geht es zum Blogbeitrag) nur um mal einige zu nennen. Spitzenreiter dieser Bewegung scheint der Spieleverlag Hasbro zu sein. Was allerdings den Verlag „Hans im Glück“ nicht davon abhält, es dem Konkurrenten gleich zu tun.

In diesem Beitrag möchte ich gerne vom Spiel Stone Age Junior erzählen, dessen Vorbild eben auch eines der Spiele für die großen war. Stone Age richtet sich an Kids ab 10 Jahre, das Brettspiel ist mit erweiterten Regeln und 60 Minuten Spieldauer insgesamt recht umfangreich und für Kinder ab 5 sicherlich kaum zu bewältigen. Sieben Jahre nach dem Bestseller, immerhin war Stone Age für das beste Spiel 2008 nominiert, wurden die Regeln deutlich abgespeckt, für Kinder ab fünf Jahren angepasst und um die Geschichte von Jono und Jada erweitert.

Was dem Vorbild von 2008 verwehrt blieb, als das bestes Spiel des Jahres ausgezeichnet zu werden, erreichte die Junior-Ausgabe ein Jahr nach der Veröffentlichung. 2016 gab es den begehrten Preis für das beste Kinderspiel. Ob das aus meiner Sicht, natürlich wie immer rein subjektiv betrachtet, tatsächlich berechtigt ist oder nicht, möchte ich hier in diesem Blogbeitrag ein wenig beleuchten.

Stone Age Junior Cover
Stone Age Junior, die Spieleverpackung

Darum geht es im Spiel

Bei Stone Age Junior begleiten bis zu vier Spieler die beiden Steinzeitkinder Jono und Jada auf einem atmosphärisch und detailliert gestalteten Spielplan bei einer Reise in die Vergangenheit. Zug um Zug entdecken sie dabei, wie die ersten Menschen sesshaft wurden. Auf ihrem Weg ins Stone Age sammeln sie Nahrung und Waren, lernen zu tauschen und zu bewahren und bauen letztlich ihre erste eigene Hütte.

Stone Age Jr 01
Stone Age Junior: Rückseite der Schachtel

Was ist in der Schachtel?

4 Ablagetableaus „Siedlung“
4 Spielfiguren (Blau, Gelb, Grün und Rosa)
20 Waren (je 4× Krug, Beere, Pfeilspitze, Fisch und Zahn)15 Hüttenplättchen,
14 Waldplättchen
4 Spielermarker
2 Hundeplättchen
1 Spielplan
1 Spielanleitung in deutsch

Merkwürdigerweise findet man diese Information, wie eigentlich sonst üblich, nicht in der Spielanleitung.
Was man sich da wohl dabei gedacht hat?

Stone Age Jr 03
Stone Age Junior: Inhalt der Schachtel vor Zusammenbau

Das Spiel

Stone Age Jr 04
Stone Age Junior: Der Spielaufbau vor dem Start

Die Verpackung selbst, mit den beiden Kindern Jono und Jada auf einem Mammut, löste natürlich besonders beim Junior-Pirat Neugier aus. Also gleich an den Esstisch gesetzt, Kunststofffolie unfachmännisch aufgerissen, aber dennoch fachmännisch entsorgt und den Deckel von der Schachtel abgezogen.

Natürlich war hier das gleiche zu sehen wie in fast allen anderen Fabrikneuen Spielen. Ein Haufen an vorgestanzten Papptafeln mit den ganzen nötigen Spielelementen, eine Anleitung, Spielfiguren und … oh, kein Würfel? Na das ist dann doch mal was neues.

Was allerdings noch auf den ersten Blick auffällt sind die liebevoll gestalteten Teile des Spiels. Grafisch sehr aufwendig und schön designet. Die Spielanleitung sieht auf den ersten Blick durch die vielen verschiedenen bunten Flächen und Texte etwas wirr aus, aber das ist dann doch nicht so schlimm wie man auf den ersten Blick annehmen könnte. Einer meiner ersten Gedanken: „Oh weh… da wird der Junior schimpfen wenn er sich wieder die ganze Anleitung vorlesen lassen muss…“. Er langweilt sich halt schnell, wie jedes andere Kind in dem Alter eben auch. Alle Eltern werden das verstehen 😉

Stone Age Jr 05
Das Spiel im Einsatz

Nachdem man die ganzen Pappteile von deren Rahmen befreit und das Spielfeld aufgebaut hat, kann es auch schon losgehen.

Vom Spielablauf her ist das Brettspiel relativ einfach gehalten. Jono und Jada müssen verschiedene Waren einsammeln oder Tauschhandel betreiben. Mit Hilfe dieser Waren können sie dann ihre Siedlung aufbauen. Dazu werden im Spielverlauf Hütten „gekauft“ und in das Siedlungstableau gesteckt.

Zu Spielbeginn startet man mit seiner Spielfigur am Dorfplatz im Zentrum des Spielplans und dreht eine beliebige Waldkarte am Spielfeldrand um. Auf diesen Waldkarten kann man anhand eines abgebildeten Würfels erkennen, wie viele Felder man im Uhrzeigersinn laufen darf oder auf welches der Warenfelder man direkt springen darf.

Auf diesen Feldern lagern die Baumaterialien (Knochen, Beeren, Krüge, Pfeilspitzen und Fische) für die Siedlungshütten, von denen man am Schluss drei Stück besitzen muss um das Spiel zu gewinnen.

Es gibt auch einen Tauschplatz. Auf diesem Feld kann man eingesammelte, aber nicht benötigte Waren gegen eine andere 1:1 tauschen. Sollte es dann mit dem Bau der Hütte noch nicht klappen, da bereits ein Spieler z.B. alle Knochen einkassiert hat, gibt es noch die so genannte Hundekarte. Diese dient dann als Joker und kann dem entsprechend als Ersatz für eine fehlende Ware verwendet werden.

Insgesamt ein recht einfaches Spielprinzip, der Ablauf wiederholt sich jede Runde. Baumkarte umdrehen, Figur ziehen, Waren einsacken und hoffen, dass man endlich irgendwann auf den Bauplatz kommt.

Stone Age Jr 06
EIn heißes Spiel ist im Gange...

Meine Meinung zum Spiel

Insgesamt gesehen ist es ein witziges Spiel, die Aufmachung ist auch ganz toll.
Lediglich das Konzept, mit den beiden Kindern zusammen einen Steinzeit-Tag zu bestreiten, geht irgendwie nicht so ganz auf. Junior-Pirat hat der Hintergrund des Spiels ziemlich kalt gelassen.

Was noch ein wenig stört ist die Geschichte mit den Waldkarten.
Es ist eine schöne Idee wenn man keinen Würfel benötigt, das System wirkt eigentlich recht durchdacht. Der Umstand, dass man nach betreten des Dorfplatzes alle offenen Waldplättchen umdreht und lediglich zwei vertauscht, wirkt irgendwie seltsam. Das ganze soll ein pädagogischen Effekt besitzen, da es sich um das Prinzip Memory handelt. Ich kann da aber keinen richtigen Sinn darin erkennen, das ganze wirkt eher aufgesetzt als hätte man nicht gewusst, wie man das besser verpacken kann.
Ein gewitztes Kind, und das sind sie mit fünf Jahren eigentlich alle, merkt sich die Waldkarte des Dorfplatzes und dreht sie bei Bedarf um. Dadurch könnte das Spiel, das mit 15-30 Spielminuten eh schon nicht so lang ist, nochmal erheblich verkürzt werden. Das dadurch der Spielspaß weiter gesteigert wird, wage ich zu bezweifeln.

Wir haben für unseren Teil ALLE Waldplättchen aufgenommen, vermischt und wieder ausgelegt. Das macht das Spiel dann weniger berechenbar. Dadurch kommt aber an dieser Stelle der nächste Kritikpunkt, der Glücksfaktor, erst noch so richtig zum tragen. Allerdings war das dann durch die eigenmächtige Regeländerung eher ein hausgemachtes Problem und wir werden den nächsten Durchgang doch noch einmal mit der Memory-Variante spielen.

Stone Age Jr 07
Wer da wohl gewinnt?... Ich nicht 🙁

Der Junior-Pirat konnte das erste Spiel klar für sich entscheiden, allerdings nur weil ich ihm durch eine kleine Hilfestellung auch die Möglichkeit dazu geboten habe 😉

Er hatte Unmengen an Waren für die Siedlungshütten angesammelt, besaß aber das unglaubliche Pech, immer am Dorfplatz vorbei zu ziehen. So stand es kurz vor Schluss bereits 2:0 Hütten für mich und ich saß einem völlig demotiviertem Kind, das sich bereits die erste kleine Träne im Augenwinkel zerdrückte, gegenüber.
Was ein lieber Papa ist, der hilft dann auch gerne mal ein wenig beim Schummeln… Aber das ich dann verloren habe, das war dann so auch nicht geplant.

Dieser reine Glücksfaktor kann meiner Meinung nach schnell zum Frust führen, aber als Erwachsener Gegenspieler hat man schon die eine oder andere Möglichkeit, das vorhersehbare Spielende doch noch ein wenig zu beeinflussen.

Dieser Punkt, die fehlende Übersicht der Spielmaterialen in der Anleitung und die nicht ganz rund wirkenden Spielregeln führen leider zu einer Abwertung, aber ich vergebe trotzdem noch 3 von 5 Couchpiraten… Oh man, ich sollte mir wirklich mal Gedanken über ein vernünftiges und transparentes Wertungssystem machen.

Solltest du, lieber Leser, vielleicht dazu eine tolle Idee haben, dann würde ich mich sehr darüber freuen, wenn du mir sie in den Kommentaren oder auf einem meiner Social Media Kanäle zukommen lassen würdest. Schon mal vielen herzlichen Dank dafür!

Aber um noch auf die Eingangsfrage zurück zu kommen: Spiel des Jahres ja oder nein?

Auch wenn das Spiel Kindern wirklich Spaß machen kann, denke ich eher an ein deutliches NEIN. Da hätte es bestimmt abwechslungsreichere Spiele gegeben, die diesen Titel weit mehr verdient hätten.

Unter dem Strich gesehen kann man das Spiel Stone Age Junior schon mal spielen und es ist bestimmt auch ein tolles Geschenk zum Geburtstag oder zu Weihnachten. Die Frage ist nur, wie hoch ist der Wiederspielwert? Ich fürchte ja, dass sich das Spiel nach ein paar Durchgängen abgenutzt hat und keine richtigen Erfolgserlebnisse für die Mitspieler mehr bietet.

So, das war nun mein Eindruck von Stone Age Junior, ich hoffe euch hat meine Spiel-Rezension ein wenig gefallen. Wie immer würde ich mich natürlich auch über konstruktive Kritik oder Verbesserungsvorschläge in den Kommentaren freuen.

Bis zum nächsten Piratentag, Arrr!
Michael, der Couchpirat

Ach ja, ich würde mich auch sehr darüber freuen, wenn ihr euch mal auf Facebook oder Twitter blicken lassen würdet!

3/5 Couchpiraten
3/5 Couchpiraten

Weitere Informationen

Titel: Stone Age Junior
Autor: Marco Teubner
Art: Brettspiel
Alter: Ab 5 Jahren
Spieldauer:  Etwa 15-30 Minuten
Sprache: Spielmaterial und Anleitung auf Deutsch
Erscheinungsjahr: 2015
Verlag: Kosmos / Hans im Glück
Bezug: Spielwarenhandel oder Online-Versandhandel
Preis: 27,99 EUR empf. VK-Preis