:: RasPi :: Eigene Cloud mit NextcloudPi – Teil 1

Beitragsbild NextcloudPi groß

Herzlich Willkomen zur Serie „Eigene Cloud mit NextcloudPi und Raspberry Pi Zero W“.

Eine Cloud ist prinzipiell eine feine Sache, einfach die eigenen Dokumente auf einem entfernten Server ablegen und mit nahezu jedem Gerät unterwegs abrufen. Ein weiterer Vorteil der kommerziellen Lösung, jeder größere Cloud-Anbieter kümmert sich vorbildlich um seine Backups, die Wahrscheinlichkeit Daten zu verlieren ist da eher gering. Abgesehen davon lässt sich eine Cloud auch für die eigene Backup-Strategie geschickt nutzen.

Allerdings gibt es auch erhebliche Schattenseiten, die viele User hindert, auf eine Cloud-Lösung zu setzen.
Zum einen möchte man ungern seine wichtigsten Daten auf ausländischen Servern abspeichern, zum anderen sind die Gefahren eines, dank Phisher oder Hacker, abhanden gekommenen Passworts auch nicht gerade von der Hand zu weisen. Jeder kann sich ungefähr vorstellen, wieviel Schaden ein unberechtigter Nutzer mit den erbeuteten Daten anrichten könnte. Was für die Dateien gilt, das gilt natürlich auch für unsere Kontakte oder Kalender.

Da ich auch immer wieder auf der Suche nach einer sicheren Lösung bin, das trifft speziell auf den Familienkalender und die gesammelten Kontakte zu, habe ich mir schon des öfteren Gedanken gemacht, wie man eine etwas bessere Lösung für die eigenen Daten schaffen kann.

Was wird dich in dieser Serie erwarten

Da meine Familie eine gute Lösung für den Familienkalender benötigt (Outlook- und Google-Kalender finden Account-Sharing nicht so toll), die Kontakte an einem annähernd sicheren Ort gespeichert werden sollen (100% Sicherheit wird aber niemals gegeben sein, darauf möchte ich dich auch gleich hinweisen!) und wir auch von außerhalb des heimischen Netzwerks gelegentlich Daten über ein Austauschlaufwerk nach Hause auf unseren Heimserver bekommen oder mit anderen Familienmitgliedern teilen wollen, muss nun eine Lösung her.

Das soll nun in dieser Serie passieren:

  1. Einleitung zur Serie, Hardware und Software
  2. Aufbau der Hardware-Komponenten
  3. Installation der Software
  4. Konfiguration des Systems
  5. Projektabschluss

Die Hardware

RasPi Zero Starter Kit Front
RasPi Zero Starter Kit Front

An Hardware wird für dieses Projekt nicht so viel benötigt.

Da die benötigte Rechenleistung für unsere Cloud eigentlich eher bescheiden ausfallen dürfte, habe ich mich hier für einen brandaktuellen RaspberryPi Zero W entschieden.
Der Vorgänger RaspberryPi Zero wäre für den Zweck, eine günstige eigene Cloud bauen, eher nicht geschaffen, da er mit einem extra WLAN-Modul ausgerüstet werden müsste. Da käme man gleich über den Preis eines normalen RaspberryPi 3. Der Zero W hingegen besitzt bereits ein WLAN-Modul und macht die 5 EUR-Platine gleich um einiges interessanter.

Ich werde demnächst noch einen detaillierteren Artikel zu meinem Starter Kit RaspberryPi Zero W hier in meinem Blog veröffentlichen.

RasPi Zero Platine
RasPi Zero Platine

Dann wäre hier natürlich noch ein Speichermedium nötig.
Dafür habe ich mir ein WD-PiDrive Foundation Edition 250GB (ca 32 EUR) zugelegt. Dieses PiDrive beinhaltet auch gleich alle nötigen Kabel mit im Set, daher eignet sich das auch sehr gut für unsere kleine Cloud. Auch zu diesem Kit möchte ich demnächst noch einen eigenen Artikel veröffentlichen, daher halte ich mich hier kurz.

WD PiDrive HDD
WD PiDrive HDD

Einkaufsliste meiner Hardware:

RaspberryPi Zero W Starter Kit26 EURLink zu Amazon
WD PiDrive Foundation Edition31,90 EURLink zu Western Digital

Die Software

Nahe liegend, weil kostengünstig, ist hier natürlich eines der bereits fertigen und kostenlosen Skripte, wie zum Beispiel ownCloud oder Nextcloud, da diese ohne weitere Kosten auf einem eigenen Server installiert werden können und alle Anwendungsbereiche, wie zum Beispiel Kalender, Kontakte, Emails und Daten, abdecken können.

ownCloud wurde 2010 durch den KDE-Entwickler Frank Karlitschek ins Leben gerufen, um eine freie Alternative zu kommerziellen Anbietern eines Cloud-Services zu schaffen. Leider verließ Frank Karlitschek, wegen Meinungsverschiedenheiten über den zukünftigen Kurs von ownCloud, das Unternehmen und forkte das Projekt unter dem Namen Nextcloud neu.

Nextcloud bietet bereits jetzt schon einige Features, die unter ownCloud nur für die teure Enterprise-Version angeboten wurden, daher wäre hier Nextcloud wohl auch vorzuziehen.

In der Vergangenheit habe ich spaßeshalber bereits ein Nextcloud-System komplett von Hand aufgesetzt, dass aber an einem entscheidenden Punkt nicht mehr weiter funktionierte. Abgesehen davon war das ein recht steiniger Weg und für Anfänger nicht so leicht zu bewältigen.
Daher werde ich es dieses Mal mit dem fertigen System NextcloudPi ausprobieren und hier alle Schritte dokumentieren.

Letzte Worte

Insgesamt bin ich recht zuversichtlich.
Unter 60 EUR für eine lokale Cloud scheint in meinen Augen ganz ok zu sein. Sehr viel teurer wird das ganze dann auch nicht mehr, denn die eingesetzte Software kostet ja nichts. Lediglich eine weitere SD-Karte könnte vielleicht noch dazu kommen, da ich noch nicht genau weiß, was denn eigentlich auf der Karte, die dem PiDrive beilag, vorinstalliert ist.

Tja, dann kann es wohl losgehen mit dem spannenden Projekt „NextcloudPi“.
Bis zum nächsten Artikel „Teil 2 – Aufbau der Hardware“, viel Spaß und viele Grüße,
Michael, der Couchpirat

Übersicht der Serienteile

  1. Eigene Cloud mit NextcloudPi – Teil 1

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