{Technik} RasPlex findet den Plex-Server nicht mehr

Beitragsbild Plex
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Anzeige … Weil es das Gesetz so verlangt (was ist das?)

Ein böses „Erwachen“: ich habe meine Kids in der Vergangenheit erfolgreich zu Hörspiel-Liebhabern transformiert. Somit dudelt am Abend zum Einschlafen in jedem Kinderzimmer einer unserer Raspberry Pi (in Verbindung mit der nicht mehr weiterentwickelten Software RasPlex) und spielt Spongebob, Phineas & Ferb oder Barbie. Bis zum Donnerstag, dem 30.09.21. Um kurz vor halb neun abends war die Welt noch in Ordnung…

… aber dann geschah das unvorstellbare.
Keine unserer Hörspielkisten war bereit, auch nur das kleinste Tönchen aus den USB-Lautsprechern ertönen zu lassen. Lieber Leser, du kannst dir bestimmt vorstellen, was das für Dramen in den kleinen Hörspiel-Fans ausgelöst hat. Zwei Tage später war es dann endlich an der Zeit, den Fehler zu finden und … um ein wenig zu Spoilern… die Lösung für das Problem in diesem Blogbeitrag zu beschreiben. Viel Spaß beim Lesen.

Hilföööö… der RasPlex spielt kein Hörspiel mehr

Wie Eingangs bereits beschrieben, ab dem 30.09.21 war keiner unserer Raspberry Pi (HIER geht es übrigens zum Artikel der Hörspiel-RasPi, nur falls ihr mehr darüber erfahren wollt) mehr in der Lage, Medien, egal welcher Art, abzuspielen. Was natürlich zu dicken Tränen in den Kinderzimmern geführt hat. Man könne ja nicht schlafen… man fühle sich so allein ohne Hörspiel… usw.
Zuerst hatte ich den Plex Media Server in Verdacht, da dort vor kurzem ein Softwareupdate aufgespielt wurde. Wenn man Plex schon länger kennt, dann weiß man, nicht jedes Update läuft nach der Installation vollkommen fehlerfrei. Das war hier allerdings nicht der Fall, wie ich nach einer vollständigen Überprüfung feststellen durfte, Plex war dieses Mal eindeutig unschuldig.

Wo liegt nun das Problem?

Ich hatte Eingangs schon explizit auf den 30.September 21 hingewiesen, das hatte tatsächlich einen Grund.
An diesem Tag sind einige Root-Zertifikate abgelaufen, die die Zertifizierung-Stelle Let’s-Encrypt zum Signieren der Benutzer-Zertifikate verwendet hat.
Clients, wie hier die RasPi mit der Software RasPlex, die eben lediglich die alten Root-Zertifikate kennen, können danach die Server-Zertifikate von Let’s Encrypt nicht mehr verifizieren.
Bis zu diesem Tag war wohl unklar, ob sich das auf irgendeine Art und Weise negativ auf die Streaming-Clients auswirken wird, aber nun wissen wir: Ja, tut es.
Allerdings auch nur aus dem Umstand heraus, dass das Projekt RasPlex schon lange mehr oder weniger tot ist und keine Updates mehr für dieses OS erscheinen. Damit werden natürlich auch Root-Zertifikate nicht mehr aktualisiert, was dann am Ende zu den Verbindungsproblemen mit dem PMS führt.

Und was kann ich jetzt machen?

Diese Situation ist natürlich mehr als ätzend, besonders wenn man nicht weiß, wie man sich selbst helfen kann.

Leider erfährt RasPlex von den Entwicklern keine Liebe mehr, die Community ist aber zum Glück noch lange nicht tot.
Auf GitHub hat man sich im Artikel https://github.com/RasPlex/RasPlex/issues/645 diesem Problem angenommen und auch mehrere Lösungsmöglichkeiten gefunden.

Lösungsmöglichkeit 1: Image neu auf SD-Karte schreiben

Es gibt bereits fertige Image-Dateien mit den neuen Let’s-Encrypt Root-Zertifikaten zum Download.
Diese müssen frisch auf die SD-Karte des RasPi geschrieben und danach alle Einstellungen in RasPlex neu gemacht werden. Das war mein Weg, um unsere vier Raspberrys wieder zum Streamen zu bewegen.

Den Download der aktualisierten Image-Files findet ihr hier auf GitHub: https://github.com/RasPlex/RasPlex/releases/tag/1.8.0b

Wie man mit der Software balenaEtcher Image-Dateien auf eine SD-Karte flasht, habe ich bereits HIER und HIER schon einmal beschrieben.

Lösungsmöglichkeit 2 und 3: Deutlich komplizierter, daher nicht empfehlenswert

Man kann sich unter der Adresse https://nzbget.net/info/cacert.pem selbst die aktuellen Root-Zertifikate downloaden und in den Image-Dateien ersetzen.
Auf der oben verlinkten GitHub-Seite werden die weiteren Lösungsmöglichkeiten eigentlich recht gut beschrieben, allerdings geht das manuelle flashen aus der ersten Lösungsmöglichkeit deutlich schneller. Für 4 RasPi habe ich etwa 25 Minuten für das Schreiben der Image-Dateien und den wichtigsten Einstellungen unter RasPlex benötigt.
Wer sich aber gerne mit dem Zertifikat-File spielen möchte, der kann ja die Lösungsmöglichkeiten von GitHub ausprobieren.

Vielen Dank für das Lesen dieses Blog-Beitrags, bis zum nächsten Mal und haltet immer eure Galionsfigur sauber,
euer Michael, der Couchpirat… Arrrr!

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